Barbara Erni
(2025–2026)
Basierend auf der Geschichte der „Goldenen Boos“ und der historischen Figur Barbara Erni untersucht die Arbeit Barbara Erni den Hügel Güediga – einen historischen Ort, an dem sich Erinnerung, Schuld und öffentliche Zuschreibung verdichtet, und den Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Seit ich mit acht Jahren zum ersten Mal von dieser Sage hörte, war ich fasziniert. Mittels Fotografie und eigenen Gedichten erforsche ich meine persönliche Verbindung zur „Goldenen Boos“ und Barbara Erni.
Barbara Erni war die letzte Person, die 1785 in Liechtenstein hingerichtet wurde. Diese Hinrichtung wurde öffentlich gross inszeniert, um eine abschreckende Wirkung auf die Bevölkerung zu haben. In dem Video-Essay Where Echoes Linger ziehe ich Parallelen zu heutigen Shitstorms, in denen Menschen online öffentlich zur Schau werden.
Eine künstlerische Reflexion über Sichtbarkeit, Macht und kollektive Urteile.
Ausgestellt im Kunst(zeug)haus in Rapperswil in der Ausstellung „Fragments of Places”.
Remembering You
I‘m standing on this hill
in 2025, in the cold winter air
and I imagine your blonde hair,
which was your recognition symbol still.
Pressed down on an oak pedestral
in 1785, in the cold February air,
you remembered your life
and all the lies,
told about you.
And the last thing you saw,
was your blonde hair,
in front of your eyes.
Standing here on this empty hill
on this narrow street,
I look at the Three Sisters
and they look back at me.
They have seen so much already.
They had to watch you die.
Standing here sublime and steady,
they sang you a last lullaby.
You must have seen,
the sea of eyes.
A restless tide of bystanders, they said.
Hundreds and thousands of them.
Did you hear them scream?
For one dark purpose all were led:
To see him strike the sword and cut off your head.